Amroth

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Amroth
Titel
König von Lórien[1]
Eckdaten
Gestorben 1981 D. Z.[2]
Bucht von Belfalas
Volk Elben
Zugehörigkeit Sindar
Ort Lothlórien
Sprache Sindarin[1]
Familie
Vater Amdír
Ehepartner verlobt mit Nimrodel[1]
Körperliche Beschreibung
Haarfarbe hell[1]

Amroth ist ein Sindar und König von Lórien. Er ist der Sohn Amdírs und der Geliebte Nimrodel.

Beschreibung

Amroth war ein Sindar, der im Zweiten und Dritten Zeitalter lebte. Er war der Sohn des Elbenkönigs Amdír und folgte diesem nach dessen Tod als König von Lórien. Amroth liebte die Elbin Nimrodels.

Amroth hatte helles Haar und galt als tapfer und weise. Sein Volk war mit ihm zufrieden, denn sein Königreich war wohlhabend und schön.[1]

Legendarium

Während des Zweiten Zeitalters herrschte in Lórien lange Zeit Frieden. Erst nach dem Untergang Númenors und der damit verbundenen Rückkehr Saurons wurde dieser Frieden gestört.[3]

Im Jahr 3434 Z. Z.[4] starb Amroths Vater Amdír, der dem Aufruf Gil-galads gefolgt war, sich dem Letzten Bündnis anzuschließen. Er fiel in der Schlacht von Dagorlad.[3]

Amroth war nun zu Beginn des Dritten Zeitalters König von Lothlórien. Er verliebte sich in die Waldelbe Nimrodel. Ihr zuliebe lebte er nach der Art der Waldelben in einem Talan in den Bäumen eines Hügels in Lothlórien, der deshalb später Cerin Amroth genannt wurde. Nimrodel wollte Amroth lange Zeit nicht heiraten. Als im Jahr 1981 D. Z. ein Balrog in Moria aufgescheucht wurde und die Orks die verlassenen Wohnstätten der Zwerge bevölkerten, floh Nimrodel nach Süden zum Fangornwald. Am Waldrand fand Amroth sie wieder, doch wagte sie es wegen der „bösartigen Bäume“ nicht, den Wald zu betreten. Nach einer langen Unterredung versprach Nimrodel Amroth den Ehebund, wenn er sie in ein sicheres Land brächte.

Die Verlobten planten, von den Häfen im Süden aus in den Westen zu segeln. Bei der Überquerung des Weißen Gebirges wurden sie jedoch voneinander getrennt. Amroth erreichte schließlich den Elbenhafen, vermutlich Edhellond, und fand dort nur noch ein einziges Schiff vor. Dessen Besatzung nahm ihn freudig auf. Als sie seinen Schmerz erkannten, warteten sie noch mehrere Wochen auf Nimrodels Ankunft, obwohl sie eigentlich bereits in See stechen wollten. Eines Nachts wurde das Schiff von einem heftigen Sturm auf das Meer hinausgetrieben und konnte nicht mehr an die Küste zurückkehren. Amroth sprang daraufhin ins Meer und versuchte, das Ufer zu erreichen. Er wurde jedoch nie wieder in Mittelerde gesehen.

Auf König Amroth folgten Galadriel und Celeborn als Herrin und Herr von Lórien.[1]

Werkgeschichte

Der Name Amroth wurde zunächst für einen Anführer der Númenorer verwendet. Später übertrug Tolkien diesen Namen auf den Prinzen von Lórien. Der ursprüngliche Charakter wurde zu Elendil.[5]

Christopher Tolkien veröffentlichte in den Nachrichten aus Mittelerde verschiedene Fassungen von Amroths Abstammung, die sein Vater im Laufe der Zeit verfasst hatte. Nach Christopher Tolkiens Einschätzung entstanden die Texte erst nach der Veröffentlichung von Der Herr der Ringe. Er vertrat außerdem die Ansicht, dass die spätere Vorstellung, Amroth sei der Sohn des Sindar Amdír, die frühere Überlieferung ablöste, nach der Amroth der Sohn Galadriels und Celeborns war.[6][7]

Amroth – Galadriels Sohn

Nach dieser Überlieferung wurde Amroth zwischen den Jahren 350 und 400 Z. Z. am Evendim-See als Sohn Galadriels und ihres Gatten Celeborn geboren. Um das Jahr 700 Z. Z. gründeten seine Eltern gemeinsam mit Celebrimbor das Noldorreich Eregion in der Nachbarschaft zur Zwergenstadt Khazad-dûm. Galadriel nahm zudem Kontakt mit dem jenseits des Nebelgebirges gelegenen, bis dahin herrscherlosen Waldelbenreich der Nandor in Lothlórien auf. Als Sauron in verhüllter Gestalt versuchte, Einfluss auf Celebrimbor und die Schmiede der großen Ringe der Macht zu gewinnen, floh sie mit Amroth und ihrer Tochter Celebrían dorthin.

Während des folgenden Krieges und der Verwüstung Eregions wurde Celebrimbor erschlagen. Elrond, der als Gesandter Gil-galads in starke Bedrängnis geraten war, konnte nur mit Hilfe Amroths nach Norden entkommen, als dieser als Führer der Waldelben und in Begleitung der Zwerge Morias herbeieilte. Nach Saurons Niederlage übergab Galadriel die Herrschaft über Lórien an Amroth. Sie zog zunächst mit Celebrían nach Imladris, der von Elrond neu gegründeten Zuflucht, und später, nachdem sie wieder mit Celeborn vereint war, nach Belfalas, wo Amroth sie oft besuchte.[8]

Amroth – Amdírs Sohn

Nach dieser späteren Fassung war Amroth der Sohn des Sinda Amdír. Dieser war zu Beginn des Zweiten Zeitalters als Flüchtling aus Beleriand in den Osten gezogen und wurde dort, vergleichbar mit Oropher im Waldlandreich, zum ersten König des Waldelbenreiches Lórien. Amroth wurde König nach dem Tod seines Vaters, der im Jahr 3434 Z. Z. in der Schlacht von Dagorlad gefallen war.[9]

Amroth – Celeborns Bruder

In The Peoples of Middle-earth, dem zwölften Band der History of Middle-earth findet sich eine Notiz von Tolkien, nach der Amroth Celeborns Bruder gewesen sei. Nach Christopher Tolkien ist dies der einzige Hinweis auf eine solche Abstammung. Tolkien führte diesen Gedanken nicht weiter aus.[10]

Etymologie

  • Tolkien ordnete den Namen Amroth der Sprache Lemberin (später Telerin) zu.[11]
  • Amroth ist vermutlich ein elbischer Name, dessen Bedeutung von Tolkien mit ‚Aufsteiger‘ bzw. ‚Hochkletterer‘ erklärt wird. Die Herleitung setzt voraus, dass das erste Element Am- mit dem Quenya-Wort amba (‚oben‘) zusammenhängt, das im Sindarin die Entsprechung amon (‚Hügel, Berg mit steilen Hängen‘) besitzt. Das zweite Element -roth wird auf eine Wurzel rath (‚klettern‘) zurückgeführt.[12][13]

Sonstiges

  • Legolas besang Amroths Schicksal in Hörweite der Wasserfälle des nach Amroths Geliebter benannten Flusses Nimrodel im traurigen Lied von Nimrodel.[14]
  • Nach König Amroth sind sowohl Cerin Amroth in Lórien als auch Dol Amroth in Belfalas benannt, eine Festung nahe dem Hafen, in dem Amroth vergebens auf Nimrodel wartete. Die Herren Dol Amroths führten ihre Abstammung auf Mithrellas zurück, eine Elbenfrau aus Nimrodels Gefolgschaft.[15]
  • Der Sturm, der das Elbenschiff auf das Meer hinaus trieb, wird in den Annalen Gondors als einer der heftigsten beschrieben, die die Region jemals erlebt hatte.[1]

Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Unfinished Tales. Part Two: The Seccond Age, Kapitel IV: The History of Galadriel and Celeborn and of Amroth King of Lórien.
  2. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang B, Die Aufzählung der Jahre: Das Dritte Zeitalter.
  3. 3,0 3,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Unfinished Tales. Part Two: The Seccond Age, Kapitel IV: The History of Galadriel and Celeborn and of Amroth King of Lórien, S. 315.
  4. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang B, Die Aufzählung der Jahre: Das Zweite Zeitalter.
  5. , Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. V The Lost Road and Other Writings. Part One: The Fall of Númenor and the Lost Road, Kapitel II: The Fall of Númenor. (ii), The first version of The Fall of Númenor, S. 23.
  6. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Unfinished Tales. Part Two: The Seccond Age, Kapitel IV: The History of Galadriel and Celeborn and of Amroth King of Lórien.
  7. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Unfinished Tales. Part Two: The Seccond Age, Kapitel IV: The History of Galadriel and Celeborn and of Amroth King of Lórien, S. 302.
  8. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Unfinished Tales. Part Two: The Seccond Age, Kapitel IV: The History of Galadriel and Celeborn and of Amroth King of Lórien, S. 301-310.
  9. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Unfinished Tales. Part Two: The Seccond Age, Kapitel IV: The History of Galadriel and Celeborn and of Amroth King of Lórien, S. 311-321.
  10. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part One: The Prologue and Appendices to The Lord of the Rings, Kapitel VII The Heirs of Elendil, S. 222, 223
  11. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part One: The Prologue and Appendices to The Lord of the Rings, Kapitel II The Appendix on Languages, S. 36, §19.
  12. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Unfinished Tales. Part Two: The Seccond Age, Kapitel IV: The History of Galadriel and Celeborn and of Amroth King of Lórien, S. 317.
  13. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Unfinished Tales. Part Two: The Seccond Age, Kapitel IV: The History of Galadriel and Celeborn and of Amroth King of Lórien, S. 330, Note 16.
  14. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch I, Sechstes Kapitel: Lothlórien.
  15. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Unfinished Tales. Part Three: The Third Age, Kapitel II: Cirion and Eorl and the Friendship of Gondor and Rohan, S. 409, Note 39.