Erulaitale
Die Erulaitale (Quenya für ‚Lob Erus‘) war der zweite hohe Feiertag in Númenor. An diesem Tag stieg eine schweigende Menschenmenge, in weißen Kleidern und geschmückt mit Blumen, unter der Führung des Königs zu Fuß zum Heiligtum Erus hinauf. Dort, am Rand der Senke, sprach dann der König ein Lobgebet zu Eru. Zu diesen Zeiten flogen Adler über dem Heiligtum, die von Manwe selbst gesandt worden sein sollen, um über den Meneltarma und Númenor zu wachen. Ab der Regentschaft Tar-Ancalimons wurde das Heiligtum nicht mehr aufgesucht, erst Tar-Palantir nahm die Tradition wieder auf. Sein Nachfolger Ar-Pharazôn jedoch schwor unter Saurons Einfluss der Verehrung Erus entgültig ab. Erst unter seiner Regentschaft entstanden die ersten Tempel in Númenor, darunter der Tempel Melkors.[1]
Datum
Die Erulaitale fand jedes Jahr an Mittsommer statt, das heißt zur Zeit der Sommersonnenwende.[1] Nach der Königs-Zeitrechnung war dies der Tag Loende (in Schaltjahren einer der Enderi) zwischen Nárië und Cermië, der in der Auenland-Zeitrechnung etwa dem Mittjahrstag entspricht.[2] Dem Beginn des Sommers waren auch in Mittelerde besondere Tage gewidmet, wie die Pforten des Sommers in Gondolin oder die Lithetage im Auenland.
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 J. R. R. Tolkien: Nachrichten aus Mittelerde. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Übersetzt von Hans J. Schütz. Klett-Cotta, Stuttgart 1983. (Im Original erschienen 1980 unter dem Titel Unfinished Tales of Númenor and Middle-earth.) Teil 2: Das Zweite Zeitalter. I Eine Beschreibung der Insel Númenor
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang D: Die Kalender
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