Hotel Miramar: Unterschied zwischen den Versionen

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Das '''Hotel Miramar''' ist ein Gästehaus in [[Bournemouth]], [[England]].
Das '''Hotel Miramar''' ist ein Gästehaus in [[Bournemouth]], [[England]].


== Geschichte ==  
== Geschichte ==  
[[Datei:Hotel Miramar, 1966.jpg|thumb|300px|Historische Ansicht des Hotels von 1966]]
[[Datei:Hotel Miramar, 1966.jpg|thumb|300px|Historische Ansicht des Hotels von 1966]]
Das Hauptgebäude wurde im [[wikipedia:de:Zeitalter Eduards VII.|Zeitalter Eduards VII.]] im Jahr 1905 im Arts-and-Crafts-Stil für den österreichisch-ungarischen Botschafter in London, Graf Albert Joseph Michael von Mensdorff-Pouilly-Dietrechstein errichtet (er war seit 1904 in dieser Position). Es ist nicht verwunderlich, dass der mit dem Königshaus verwandte Graf von Mensdorff-Pouilly-Dietrechstein Bournemouth für sein Feriendomizil auswählte, da es bereits damals als Ort der Ruhe und Kultur bekannt war. So zog der East Cliff mit einer italienischen Villa, die Sir Merton und Lady Annie Russell-Cotes gehörte und in der zahlreiche Kunstwerke, die sie von ihren Reisen von überall in der Welt mitbrachten, ausgestellt waren, die Besucher an. Heute beherbergt dieses Gebäude das Russell-Cotes Art Gallery & Museum und ist 2 Gehminuten vom Hotel Miramar entfernt. För Gäste des Hotels ist es bis heute ein beliebtes Ausflugsziel.
Das Hauptgebäude wurde im [[wikipedia:de:Zeitalter Eduards VII.|Zeitalter Eduards VII.]] im Jahr 1905 im Arts-and-Crafts-Stil für den österreichisch-ungarischen Botschafter in London, Graf Albert Joseph Michael von Mensdorff-Pouilly-Dietrechstein errichtet (er war seit 1904 in dieser Position). Es ist nicht verwunderlich, dass der mit dem Königshaus verwandte Graf von Mensdorff-Pouilly-Dietrechstein Bournemouth für sein Feriendomizil auswählte, da es bereits damals als Ort der Ruhe und Kultur bekannt war. So zog der East Cliff mit einer italienischen Villa, die Sir Merton und Lady Annie Russell-Cotes gehörte und in der zahlreiche Kunstwerke, die sie von ihren Reisen von überall in der Welt mitbrachten, ausgestellt waren, die Besucher an. Heute beherbergt dieses Gebäude das Russell-Cotes Art Gallery & Museum und ist 2 Gehminuten vom Hotel Miramar entfernt. Für Gäste des Hotels ist es bis heute ein beliebtes Ausflugsziel.


Als in den 1920er Jahren zwei Seitenflügel angebaut wurde, wurde das Miramar zum Hotel umfunktioniert und ist es bis heute. Der Name ''Miramar'' wurde dem Hotel im Zuge dessen verliehen und ist Spanisch für ‚Meerblick‘. Der Name wurde ausgewählt, um die idyllische Lage am Ärmelkanal<ref>[https://miramar.bournemouthehotel.com/de/ Karte] auf bournemouthehotel.com, abgerufen am 2. März 2026.</ref> zu unterstreichen. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Miramar vom Amerikanischen Roten Kreuz und des Women’s Army Corps als Unterkunft der Krankenschwestern genutzt, die sich dort erholen konnten.  
Als in den 1920er Jahren zwei Seitenflügel angebaut wurde, wurde das Miramar zum Hotel umfunktioniert und ist es bis heute. Der Name ''Miramar'' wurde dem Hotel im Zuge dessen verliehen und ist Spanisch für ‚Meerblick‘. Der Name wurde ausgewählt, um die idyllische Lage am Ärmelkanal<ref>[https://miramar.bournemouthehotel.com/de/ Karte] auf bournemouthehotel.com, abgerufen am 2. März 2026.</ref> zu unterstreichen. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Miramar vom Amerikanischen Roten Kreuz und des Women’s Army Corps als Unterkunft der Krankenschwestern genutzt, die sich dort erholen konnten.  
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== Tolkien und das Hotel ==
== Tolkien und das Hotel ==
Seit den 1950er Jahren war das Hotel bei den [[Familie Tolkien|Tolkiens]] als Urlaubsort beliebt. Sie buchten regulär zwei Zimmer zu einer bestimmten Zeit im Jahr für mehrere Monate. Dies waren ein Schlafzimmer und ein Arbeitszimmer mit Meerblick (Raum 205), in dem [[J. R. R. Tolkien]] an Werken wie dem ''[[Das Silmarillion|Silmarillion]]''<ref>[[Humphrey Carpenter]]: ''[[J. R. R. Tolkien: Eine Biographie]]'', passim.</ref> arbeitete. 1972 hielt er sich letztmalig im Hotel auf.<ref name="Our History"/>
Seit den 1950er Jahren war das Hotel bei den [[Familie Tolkien|Tolkiens]] als Urlaubsort beliebt. Sie buchten regulär zwei Zimmer zu einer bestimmten Zeit im Jahr für mehrere Monate. Dies waren ein Schlafzimmer und ein Arbeitszimmer mit Meerblick (Raum 205), in dem [[J. R. R. Tolkien]] an Werken wie dem ''[[Das Silmarillion|Silmarillion]]''<ref name="Carpenter">[[Humphrey Carpenter]]: ''[[J. R. R. Tolkien: Eine Biographie]]'', passim.</ref> arbeitete. 1972 hielt er sich letztmalig im Hotel auf.<ref name="Our History"/>


== Blue Plaque ==
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* [[Brief 331]]
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Es wird im [[Brief 354]], dem letzten bekannten von J. R. R. Tolkien verfassten Brief, erwähnt.<ref>[[J. R. R. Tolkien]]; [[Humphrey Carpenter]] (ed.): ''[[Briefe#Revised and Expanded Edition|The Letters of J. R. R. Tolkien: Revised and Expanded Edition]]''. Letter 354: ''To Priscilla Tolkien'', [[29. August]] 1973.</ref>
Es wird im [[Brief 354]], dem letzten bekannten von J. R. R. Tolkien verfassten Brief, erwähnt. Tolkien beschreibt darin den für ihn turbulenten Nachmittag des [[28. August]] 1973, an dem er unter anderem seine Bankkarte verlor. Er geht davon aus, bis zum [[11. September]] im Miramar in Bournemouth zu bleiben, wird allerdings [[2. September|vier Tage]] nach der Niederschrift des Briefes am 29. August in Bornemouth an einer Lungenentzündung sterben.<ref>[[J. R. R. Tolkien]]; [[Humphrey Carpenter]] (ed.): ''[[Briefe#Revised and Expanded Edition|The Letters of J. R. R. Tolkien: Revised and Expanded Edition]]''. Letter 354: ''To Priscilla Tolkien'', [[29. August]] 1973.</ref><ref name="Carpenter"/>


== Weblinks ==
== Weblinks ==

Aktuelle Version vom 2. März 2026, 18:09 Uhr

Das Hotel im Jahr 2008

Das Hotel Miramar ist ein Gästehaus in Bournemouth, England.

Geschichte

Historische Ansicht des Hotels von 1966

Das Hauptgebäude wurde im Zeitalter Eduards VII. im Jahr 1905 im Arts-and-Crafts-Stil für den österreichisch-ungarischen Botschafter in London, Graf Albert Joseph Michael von Mensdorff-Pouilly-Dietrechstein errichtet (er war seit 1904 in dieser Position). Es ist nicht verwunderlich, dass der mit dem Königshaus verwandte Graf von Mensdorff-Pouilly-Dietrechstein Bournemouth für sein Feriendomizil auswählte, da es bereits damals als Ort der Ruhe und Kultur bekannt war. So zog der East Cliff mit einer italienischen Villa, die Sir Merton und Lady Annie Russell-Cotes gehörte und in der zahlreiche Kunstwerke, die sie von ihren Reisen von überall in der Welt mitbrachten, ausgestellt waren, die Besucher an. Heute beherbergt dieses Gebäude das Russell-Cotes Art Gallery & Museum und ist 2 Gehminuten vom Hotel Miramar entfernt. Für Gäste des Hotels ist es bis heute ein beliebtes Ausflugsziel.

Als in den 1920er Jahren zwei Seitenflügel angebaut wurde, wurde das Miramar zum Hotel umfunktioniert und ist es bis heute. Der Name Miramar wurde dem Hotel im Zuge dessen verliehen und ist Spanisch für ‚Meerblick‘. Der Name wurde ausgewählt, um die idyllische Lage am Ärmelkanal[1] zu unterstreichen. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Miramar vom Amerikanischen Roten Kreuz und des Women’s Army Corps als Unterkunft der Krankenschwestern genutzt, die sich dort erholen konnten.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Hotel vermehrt von Berühmtheiten wie J. R. R. Tolkien besucht.[2]

Situation heute

Im Jahr 1997 wurde das Hotel von den Geschäftsleuten Bob und May Blakemore erworben. 2001 starb Bob Blakemore, das Hotel wird heute von Clare Blakemore und der Blakemore-Familie betrieben. Es befindet sich im Familienbesitz.[3]

Trivia

Das 1954[4] uraufgeführte Theaterstück Separate Tables von Terence Rattigan spielt im fiktiven Beauregard Private Hotel; als Inspirationsquelle diente ihm der Dining Room des Hotels Miramar.[2]

Tolkien und das Hotel

Seit den 1950er Jahren war das Hotel bei den Tolkiens als Urlaubsort beliebt. Sie buchten regulär zwei Zimmer zu einer bestimmten Zeit im Jahr für mehrere Monate. Dies waren ein Schlafzimmer und ein Arbeitszimmer mit Meerblick (Raum 205), in dem J. R. R. Tolkien an Werken wie dem Silmarillion[5] arbeitete. 1972 hielt er sich letztmalig im Hotel auf.[2]

Blue Plaque

Eine „Blue Plaque“ erinnert an den Aufenthalt Tolkiens im Hotel, Foto von 2009

Am 10. Juni 1992 wurde eine Blue Plaque zur Erinnerung an Tolkiens Aufenthalt im Hotel enthüllt.[6]

Das Hotel in den Briefen Tolkiens

Vom Hotel Miramar in Bournemouth wurden folgende Briefe Tolkiens abgeschickt:[7]

Es wird im Brief 354, dem letzten bekannten von J. R. R. Tolkien verfassten Brief, erwähnt. Tolkien beschreibt darin den für ihn turbulenten Nachmittag des 28. August 1973, an dem er unter anderem seine Bankkarte verlor. Er geht davon aus, bis zum 11. September im Miramar in Bournemouth zu bleiben, wird allerdings vier Tage nach der Niederschrift des Briefes am 29. August in Bornemouth an einer Lungenentzündung sterben.[8][5]

Weblinks

Quellen

  1. Karte auf bournemouthehotel.com, abgerufen am 2. März 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 Our History, miramar-bournemouth.com, abgerufen am 2. März 2026.
  3. About Us, miramar-bournemouth.com, abgerufen am 2. März 2026.
  4. Terence Rattigan, Wikipedia – Die freie Enzyklopädie, abgerufen am 2. März 2026.
  5. 5,0 5,1 Humphrey Carpenter: J. R. R. Tolkien: Eine Biographie, passim.
  6. Bournemouth’s Blue Plaques, Yumpu, abgerufen am 2. März 2026.
  7. J. R. R. Tolkien; Humphrey Carpenter (ed.): The Letters of J. R. R. Tolkien: Revised and Expanded Edition. Index. Eintrag Miramar Hotel, Bournemouth.
  8. J. R. R. Tolkien; Humphrey Carpenter (ed.): The Letters of J. R. R. Tolkien: Revised and Expanded Edition. Letter 354: To Priscilla Tolkien, 29. August 1973.