Nandor

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Elben
Mia Steingräber, Nandor-Elb, 2023

Die Nandor sind im Legendarium Elben, die aus dem Volk der Teleri hervorgehen. Von ihnen stammen die Grünelben und Waldelben ab.

Beschreibung

Die Nandor waren Elben, die ursprünglich zum Volk der Teleri, dem dritten Stamm der Eldar, gehörten. Sie machten sich im Ersten Zeitalter vom Cuiviénen aus auf die große Wanderung nach Westen. Am Fluss Anduin fürchtete sich ein Teil der Nandor vor dem gewaltigen Nebelgebirge und reiste nicht weiter in den Westen. Unter Lenwe zogen sie in den Süden und wurden „Nandor“ (siehe Etymologie) genannt. Hingegen stammten von jenen Teleri, die unter Elwe das Gebirge überschritten und die später in Beleriand siedelten, die Sindar ab. Von den Calaquendi, den Elben des Lichts, wurden die Nandor zu den Úmanyar gerechnet, da sie das Land Aman nie erreicht hatten. Zusammen mit den Avari, die sich der großen Wanderung ganz verweigerten, bildeten die Úmanyar die Moriquendi, die Dunkelelben.[1][2]

Wanderungen der Nandor

Ein Teil der Nandor blieb im Tal des Anduin und wurde später als Waldelben bekannt, die namentlich in Lothlórien und im Düsterwald siedelten. Lenwe führte eine Schar weiter den Anduin südwärts entlang. Manche erreichten schließlich die Anduin-Mündungen und lebten dort. Andere gingen über das Weiße Gebirge nach Norden in die Wildnis von Eriador, wo sie in den Wäldern lebten und sich sehr vor den Geschöpfen Morgoths aus dem Norden fürchteten. Unter diesen war Lenwes Sohn Denethor, der von dem Frieden und der Sicherheit in Thingols Land hörte und später viele Nandor über die Ered Luin nach Beleriand führte. Thingol begrüßte sie und ließ sie in Ossiriand wohnen. Nach Denethors Tod wurden sie Grünelben genannt. Jene aus dem Waldvolk Eriadors, die sich Denethor nicht anschlossen, zogen weiter umher und begrüßten und akzeptierten nach dem Fall Beleriands Galadriel und Celeborn als Herrin und Herrn.[3][4][5]

Kultur

Die Nandor entwickelten sich nach ihrer Trennung von dem übrigen Teil der Teleri zu einem eigenständigen Volk. Sie sprachen Nandorin, eine eigene Sprache, und sie waren sehr naturverbunden. Sie liebten das Wasser und lebten häufig an Wasserfällen und fließenden Bächen. Vor allem aber besaßen sie eine außergewöhnliche Kenntnis von Bäumen und Kräutern und von Vögeln und Tieren. Sie lebten in besonderer Verbindung mit der belebten Natur, über die sie großes Wissen erlangten. Sie hatten größere Kenntnis von den lebenden Dingen als andere Elben. Damit unterschieden sie sich deutlich von den Noldor, die für ihren Wissensdurst und ihr außergewöhnliches handwerkliches Können bekannt waren.[1]

Im Verlauf des Zweiten Zeitalters kam es nach dem Fall Beleriands, als eingewanderte Sindar unter den Waldelben Königreiche errichteten, zur „Sindarisierung“ und die Nandor „zivilisierten“ sich. Sie erlernten die Sprache und Schrift der sindarischen Fürsten und begannen, in befestigten Siedlungen zu wohnen, ohne aber jemals ihre Verbundenheit zum Wald und ihrem ursprünglichen, naturverbundenen Leben zu verlieren.[5]

Etymologie

Nandor ist ein Quenya-Name. Christopher Tolkien gab im Index des Silmarillion an, dass dieser Name Those who turn back bedeutet. Wolfgang Krege übersetzte den Namen in seiner deutschen Silmarillion-Übersetzung mit die sich abwenden. Helmut W. Pesch führt in Das große Elbisch-Buch an: die Verweigerer und die Umkehrer sowie ebenfalls die beschreibende Form, die sich abwenden.[6][7][8]

Quellen

  1. 1,0 1,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion: Kapitel III: Vom Erwachen der Elben und von Melkors Gefangenschaft.
  2. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Anhänge, Stammbäume: Die Sonderungen unter den Elben.
  3. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion: Kapitel X: Von den Sindar.
  4. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Unfinished Tales. Part Two: The Seccond Age, Kapitel IV: The History of Galadriel and Celeborn and of Amroth King of Lórien, Anhang A: Die Wald-Elben und ihre Sprache.
  5. 5,0 5,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Unfinished Tales. Part Two: The Seccond Age, Kapitel IV: The History of Galadriel and Celeborn and of Amroth King of Lórien, Anhang B: Die Sindarin-Fürsten der Wald-Elben.
  6. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Silmarillion. Index of Names, Nandor.
  7. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Anhänge: Namensregister, Nandor.
  8. Helmut W. Pesch: Das große Elbisch-Buch. Bastei Lübbe, Köln 2012. Kapitel VIII: Wörterbuch Elbisch-Deutsch, B. Wörterbuch Quenya - Deutsch, S. 361, 362.