Nandor: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Bild:Nandor.jpg|thumb|350px|[[Mia Steingräber]], ''Nandor-Elb'', 2023]]
Die '''Nandor''' sind im [[Legendarium]] [[Elben]], die aus dem Volk der [[Teleri]] hervorgehen. Von ihnen stammen die [[Grünelben]] und [[Waldelben]] ab.


Die '''Nandor''' ([[Quenya]] für ''die sich abwenden'') sind in den Werken [[J. R. R. Tolkien]]s ein Volk der [[Elben]]. Sie gingen zuerst als Teil der [[Teleri]] mit auf die [[Große Wanderung]] nach Westen, überschritten jedoch nicht das [[Nebelgebirge]]. Von ihnen stammen die [[Grünelben]] und [[Waldelben]] ab.
==Beschreibung==
Die Nandor waren Elben, die ursprünglich zum Volk der [[Teleri]], dem dritten Stamm der [[Eldar]], gehörten. Sie machten sich im [[Erstes Zeitalter|Ersten Zeitalter]] vom [[Cuiviénen]] aus auf die große Wanderung nach Westen. Am Fluss [[Anduin]] fürchtete sich ein Teil der Nandor vor dem gewaltigen [[Nebelgebirge]] und reiste nicht weiter in den Westen. Unter [[Lenwe]] zogen sie in den Süden und wurden „Nandor“ (siehe [[#Etymologie|Etymologie]]) genannt. Hingegen stammten von jenen Teleri, die unter [[Thingol|Elwe]] das Gebirge überschritten und die später in [[Beleriand]] siedelten, die [[Sindar]] ab. Von den [[Calaquendi]], den Elben des Lichts, wurden die Nandor zu den [[Úmanyar]] gerechnet, da sie das Land [[Aman]] nie erreicht hatten. Zusammen mit den [[Avari]], die sich der großen Wanderung ganz verweigerten, bildeten die Úmanyar die [[Moriquendi]], die Dunkelelben.<ref name="SilmarillionIII">[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[Das Silmarillion]]''. Quenta Silmarillion: Kapitel III: ''Vom Erwachen der Elben und von Melkors Gefangenschaft''.</ref><ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[Das Silmarillion]]''. Anhänge, Stammbäume: ''Die Sonderungen unter den Elben''.</ref>


== Volk ==
==Wanderungen der Nandor==
Ein Teil der Nandor blieb im Tal des Anduin und wurde später als [[Waldelben]] bekannt, die namentlich in [[Lothlórien]] und im [[Düsterwald]] siedelten. Lenwe führte eine Schar weiter den Anduin südwärts entlang. Manche erreichten schließlich die [[Ethir Anduin|Anduin-Mündungen]] und lebten dort. Andere gingen über das [[Weißes Gebirge|Weiße Gebirge]] nach Norden in die Wildnis von [[Eriador]], wo sie in den Wäldern lebten und sich sehr vor den Geschöpfen [[Morgoth|Morgoths]] aus dem Norden fürchteten. Unter diesen war Lenwes Sohn [[Denethor, Fürst der Nandor|Denethor]], der von dem Frieden und der Sicherheit in [[Thingol]]s Land hörte und später viele Nandor über die [[Ered Luin]] nach [[Beleriand]] führte. Thingol begrüßte sie und ließ sie in [[Ossiriand]] wohnen. Nach Denethors Tod wurden sie [[Grünelben]] genannt. Jene aus dem Waldvolk Eriadors, die sich Denethor nicht anschlossen, zogen weiter umher und begrüßten und akzeptierten nach dem Fall Beleriands [[Galadriel]] und [[Celeborn (Elb)|Celeborn]] als Herrin und Herrn.<ref name="SilmarillionX">[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[Das Silmarillion]]''. Quenta Silmarillion: Kapitel X: ''Von den Sindar''.</ref><ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[Nachrichten aus Mittelerde|Unfinished Tales]]''. Part Two: The Seccond Age, Kapitel IV: ''The History of Galadriel and Celeborn and of Amroth King of Lórien'', Anhang A: ''Die Wald-Elben und ihre Sprache''.</ref><ref name="SilmarillionB">[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[Nachrichten aus Mittelerde|Unfinished Tales]]''. Part Two: The Seccond Age, Kapitel IV: ''The History of Galadriel and Celeborn and of Amroth King of Lórien'', Anhang B: ''Die Sindarin-Fürsten der Wald-Elben''.</ref>


[[Elben]], [[Nelyar]]
==Kultur==
Die Nandor entwickelten sich nach ihrer Trennung von dem übrigen Teil der Teleri zu einem eigenständigen Volk. Sie sprachen [[Nandorin]], eine eigene Sprache, und sie waren sehr naturverbunden. Sie liebten das Wasser und lebten häufig an Wasserfällen und fließenden Bächen. Vor allem aber besaßen sie eine außergewöhnliche Kenntnis von Bäumen und Kräutern und von Vögeln und Tieren. Sie lebten in besonderer Verbindung mit der belebten Natur, über die sie großes Wissen erlangten. Sie hatten größere Kenntnis von den lebenden Dingen als andere Elben. Damit unterschieden sie sich deutlich von den [[Noldor]], die für ihren Wissensdurst und ihr außergewöhnliches handwerkliches Können bekannt waren.<ref name="SilmarillionIII"></ref>


== Beschreibung ==
Im Verlauf des [[Zweites Zeitalter|Zweiten Zeitalters]] kam es nach dem Fall Beleriands, als eingewanderte Sindar unter den Waldelben Königreiche errichteten, zur „Sindarisierung“ und die Nandor  „zivilisierten“ sich. Sie erlernten die Sprache und Schrift der sindarischen Fürsten und begannen, in befestigten Siedlungen zu wohnen, ohne aber jemals ihre Verbundenheit zum Wald und ihrem ursprünglichen, naturverbundenen Leben zu verlieren.<ref name="SilmarillionB"></ref>


Die Nandor waren ursprünglich Teleri, gehörten demnach zur dritten Gruppe der [[Eldar]], die sich vom [[Cuiviénen]] auf die große Wanderung nach Westen aufmachten. Am Fluss [[Anduin]] weigerten sich viele, das im [[Erstes Zeitalter|Ersten Zeitalter]] noch viel gewaltigere [[Nebelgebirge]] zu überschreiten. Diese wandten sich unter [[Lenwe]] nach Süden, weshalb sie nach der alten gemeinsamen Sprache die ''Nandor'', d.h. ''die sich abwenden'' genannt wurden. Jene Teleri hingegen, die unter [[Thingol|Elwe]] das Gebirge überschritten und später in [[Beleriand]] siedelten, wurden [[Sindar]] genannt. Von den [[Calaquendi]], den Elben des Lichts, werden die Nandor daher zu den [[Úmanyar]] gerechnet, da sie das Land [[Aman]] nie erreichten. Zusammen mit den [[Avari]], die sich der großen Wanderung ganz verweigerten, bildeten die Úmanyar die [[Moriquendi]], die Dunkelelben.
==Etymologie==
Nandor ist ein [[Quenya]]-Name. [[Christopher Tolkien]] gab im Index des ''Silmarillion'' an, dass dieser Name ''Those who turn back'' bedeutet. [[Wolfgang Krege]] übersetzte den Namen in seiner deutschen ''Silmarillion''-Übersetzung mit ''die sich abwenden''. [[Helmut W. Pesch]] führt in ''[[Das große Elbisch-Buch]]'' an: ''die Verweigerer'' und ''die Umkehrer'' sowie ebenfalls die beschreibende Form, ''die sich abwenden''.<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''The Silmarillion''. Index of Names, ''Nandor''.</ref><ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[Das Silmarillion]]''. Anhänge: Namensregister, ''Nandor''.</ref><ref>[[Helmut W. Pesch]]: ''[[Das große Elbisch-Buch]]''. [[Bastei Lübbe]], Köln 2012. Kapitel VIII: ''Wörterbuch Elbisch-Deutsch'', B. ''Wörterbuch Quenya - Deutsch'', S. 361, 362.</ref>


== Wanderungen der Nandor ==
==Quellen==
 
<references/>
Einige der Nandor blieben im Tal des Anduin und wurden später als [[Waldelben]] bekannt, die namentlich in [[Lothlórien]] und im [[Düsterwald]] siedelten. Lenwe führte eine Schar weiter nach Süden. Davon erreichten manche schließlich die [[Ethir Anduin|Anduin-Mündungen]] und wohnten dort. Wieder andere gingen über das [[Weißes Gebirge|Weiße Gebirge]] nach Norden in die Wildnis von [[Eriador]], wo sie in den Wäldern lebten und sich sehr vor den Geschöpfen [[Morgoth|Morgoths]] aus dem Norden fürchteten. Unter diesen war Lenwes Sohn [[Denethor, Fürst der Nandor|Denethor]], der von dem Frieden und der Sicherheit in [[Thingol]]s Land hörte und schließlich viele Nandor über die [[Ered Luin]] nach [[Beleriand]] führte. Thingol begrüßte sie und ließ sie in [[Ossiriand]] wohnen. Nach Denethors Tod wurden sie [[Grünelben]] genannt. Jene aus dem Waldvolk Eriadors, die sich Denethor nicht anschlossen, zogen weiter umher und begrüßten und akzeptierten nach dem Fall Beleriands [[Galadriel]] und [[Celeborn (Elb)|Celeborn]] als Herrin und Herrn.
 
== Kultur ==
 
Die Nandor entwickelten sich nach ihrer Sonderung von den drei Scharen der großen Wanderung zu einem eigenen Volk. Sie sprachen mit dem [[Nandorin]] eine eigene Sprache und lebten in besonderer Verbindung mit der belebten Natur, über die sie großes Wissen erlangten. Auch das Wasser liebten sie, weshalb sie oft an Bächen und Wasserfällen lebten. Die Nandor begeisterten sich wenig für Technik, weshalb sie von den [[Noldor]] als zurückgeblieben wahrgenommen wurden: Weder schmiedeten sie Eisen, noch bauten sie Städte oder gründeten große Reiche. Erst im Verlauf der „Sindarisierung“, als nach dem Fall Beleriands im [[Zweites Zeitalter|Zweiten Zeitalter]] Familien sindarischen Geblüts unter den Waldelben Königreiche errichteten, „zivilisierten“ sich die Nandor. Sie erlernten die Sprache und Schrift ihrer Herrscher und begannen in befestigten Siedlungen zu wohnen, ohne aber jemals ihre Verbundenheit zum Wald und ihrem ursprünglichen, wilden Leben zu verlieren.
 
== Quellen ==
 
* [[Das Silmarillion]]: Quenta Silmarillion,
** III ''Vom Erwachen der Elben und von Melkors Gefangenschaft''
** X ''Von den Sindar''
* [[Nachrichten aus Mittelerde]]: Teil Zwei: Das Zweite Zeitalter,
** Kapitel IV, ''Die Geschichte von Galadriel und Celeborn und von Amroth, König von Lórien''
** Anhang A, ''Die Wald-Elben und ihre Sprache''
** Anhang B, ''Die Sindarin-Fürsten der Wald-Elben''


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[[En:Nandor]]
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[[fr:encyclo/peuples/elfes/teleri/nandor]]
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Aktuelle Version vom 18. August 2026, 17:25 Uhr

Elben
Mia Steingräber, Nandor-Elb, 2023

Die Nandor sind im Legendarium Elben, die aus dem Volk der Teleri hervorgehen. Von ihnen stammen die Grünelben und Waldelben ab.

Beschreibung

Die Nandor waren Elben, die ursprünglich zum Volk der Teleri, dem dritten Stamm der Eldar, gehörten. Sie machten sich im Ersten Zeitalter vom Cuiviénen aus auf die große Wanderung nach Westen. Am Fluss Anduin fürchtete sich ein Teil der Nandor vor dem gewaltigen Nebelgebirge und reiste nicht weiter in den Westen. Unter Lenwe zogen sie in den Süden und wurden „Nandor“ (siehe Etymologie) genannt. Hingegen stammten von jenen Teleri, die unter Elwe das Gebirge überschritten und die später in Beleriand siedelten, die Sindar ab. Von den Calaquendi, den Elben des Lichts, wurden die Nandor zu den Úmanyar gerechnet, da sie das Land Aman nie erreicht hatten. Zusammen mit den Avari, die sich der großen Wanderung ganz verweigerten, bildeten die Úmanyar die Moriquendi, die Dunkelelben.[1][2]

Wanderungen der Nandor

Ein Teil der Nandor blieb im Tal des Anduin und wurde später als Waldelben bekannt, die namentlich in Lothlórien und im Düsterwald siedelten. Lenwe führte eine Schar weiter den Anduin südwärts entlang. Manche erreichten schließlich die Anduin-Mündungen und lebten dort. Andere gingen über das Weiße Gebirge nach Norden in die Wildnis von Eriador, wo sie in den Wäldern lebten und sich sehr vor den Geschöpfen Morgoths aus dem Norden fürchteten. Unter diesen war Lenwes Sohn Denethor, der von dem Frieden und der Sicherheit in Thingols Land hörte und später viele Nandor über die Ered Luin nach Beleriand führte. Thingol begrüßte sie und ließ sie in Ossiriand wohnen. Nach Denethors Tod wurden sie Grünelben genannt. Jene aus dem Waldvolk Eriadors, die sich Denethor nicht anschlossen, zogen weiter umher und begrüßten und akzeptierten nach dem Fall Beleriands Galadriel und Celeborn als Herrin und Herrn.[3][4][5]

Kultur

Die Nandor entwickelten sich nach ihrer Trennung von dem übrigen Teil der Teleri zu einem eigenständigen Volk. Sie sprachen Nandorin, eine eigene Sprache, und sie waren sehr naturverbunden. Sie liebten das Wasser und lebten häufig an Wasserfällen und fließenden Bächen. Vor allem aber besaßen sie eine außergewöhnliche Kenntnis von Bäumen und Kräutern und von Vögeln und Tieren. Sie lebten in besonderer Verbindung mit der belebten Natur, über die sie großes Wissen erlangten. Sie hatten größere Kenntnis von den lebenden Dingen als andere Elben. Damit unterschieden sie sich deutlich von den Noldor, die für ihren Wissensdurst und ihr außergewöhnliches handwerkliches Können bekannt waren.[1]

Im Verlauf des Zweiten Zeitalters kam es nach dem Fall Beleriands, als eingewanderte Sindar unter den Waldelben Königreiche errichteten, zur „Sindarisierung“ und die Nandor „zivilisierten“ sich. Sie erlernten die Sprache und Schrift der sindarischen Fürsten und begannen, in befestigten Siedlungen zu wohnen, ohne aber jemals ihre Verbundenheit zum Wald und ihrem ursprünglichen, naturverbundenen Leben zu verlieren.[5]

Etymologie

Nandor ist ein Quenya-Name. Christopher Tolkien gab im Index des Silmarillion an, dass dieser Name Those who turn back bedeutet. Wolfgang Krege übersetzte den Namen in seiner deutschen Silmarillion-Übersetzung mit die sich abwenden. Helmut W. Pesch führt in Das große Elbisch-Buch an: die Verweigerer und die Umkehrer sowie ebenfalls die beschreibende Form, die sich abwenden.[6][7][8]

Quellen

  1. 1,0 1,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion: Kapitel III: Vom Erwachen der Elben und von Melkors Gefangenschaft.
  2. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Anhänge, Stammbäume: Die Sonderungen unter den Elben.
  3. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion: Kapitel X: Von den Sindar.
  4. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Unfinished Tales. Part Two: The Seccond Age, Kapitel IV: The History of Galadriel and Celeborn and of Amroth King of Lórien, Anhang A: Die Wald-Elben und ihre Sprache.
  5. 5,0 5,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Unfinished Tales. Part Two: The Seccond Age, Kapitel IV: The History of Galadriel and Celeborn and of Amroth King of Lórien, Anhang B: Die Sindarin-Fürsten der Wald-Elben.
  6. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Silmarillion. Index of Names, Nandor.
  7. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Anhänge: Namensregister, Nandor.
  8. Helmut W. Pesch: Das große Elbisch-Buch. Bastei Lübbe, Köln 2012. Kapitel VIII: Wörterbuch Elbisch-Deutsch, B. Wörterbuch Quenya - Deutsch, S. 361, 362.