Minlamad thent/estent
Das Minlamad thent/estent ist ein elbisches Versmaß.
Beschreibung
Das Minlamad thent/estent ist ein Versmaß für Stabreimdichtungen, in denen sich nicht die letzten Silben eines Verses, sondern die Anfangskonsonanten der betonten Silben reimen (Alliteration). Patrick Wynne und Carl F. Hostetter vermuten aufgrund des Namens, dass bei einem Minlamad thent/estent eine Langzeile aus einer längeren und einer kürzeren Halbzeile besteht, die durch Stabreim verbunden sind.[1]
Es ist anzunehmen, dass die in diesem Versmaß gedichteten Lieder in der Regel gesprochen und nicht gesungen wurden.[1]
Hintergrund
Das Versmaß gilt von alters her als typisch für die Gedichtform Narn. Dírhavel nutzte dieses Versmaß beim Verfassen der Narn i Hîn Húrin.[2]
Etymologie
Minlamad bedeutet etwa hallender erster [Laut], thent kurz und estent sehr kurz. Das Versmaß kann daher etwa mit Stabreim kurz/sehr kurz übersetzt werden.[1]
Sonstiges
- In den 1920er Jahren begann J. R. R. Tolkien zwei Stabreimfassungen der Narn i Hín Húrin, die jedoch nie beendet wurden.[3]
- In den Nachrichten aus Mittelerde wird das Versmaß irrtümlicherweise Minlamed thent/estent genannt.[1]
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 Patrick Wynne, Carl F. Hostetter: Three Elvish Verse Modes: Ann-thennath, Minlamad thent / estent, and Linnod. In: Verlyn Flieger (Hrsg.), Carl F. Hostetter (Hrsg.): Tolkien’s Legendarium. Essays on The History of Middle-earth.
- ↑ J. R. R. Tolkien: Nachrichten aus Mittelerde. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Übersetzt von Hans J. Schütz. Klett-Cotta, Stuttgart 1983. (Im Original erschienen 1980 unter dem Titel Unfinished Tales of Númenor and Middle-earth.) Narn i Hîn Húrin
- ↑ J. R. R. Tolkien: The Lays of Beleriand. (The History of Middle-earth, Band III.) Herausgegeben von Christopher Tolkien. George Allen & Unwin, London 1985. I The Lay of the Children of Húrin.
