Truchsessen-Zeitrechnung: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Truchsessen-Zeitrechnung''' (original: ''Stewards' Reckoning'') ist ein in den Werken [[J.R.R. Tolkien]]s beschriebener Kalender der [[Menschen]] von [[Gondor]] im [[Das Dritte Zeitalter|Dritten Zeitalter]].
Die '''Truchsessen-Zeitrechnung''' (original: ''Stewards' Reckoning'') ist in den Werken [[J.R.R. Tolkien]]s der Kalender der [[Menschen]] von [[Gondor]] im [[Das Dritte Zeitalter|Dritten Zeitalter]].


==Beschreibung==
== Beschreibung ==
Nach der Truchsessen-Zeitrechnung wird das Jahr in zwölf Monate von jeweils dreißig Tagen eingeteilt. Dazu kommen fünf (in Schaltjahren sechs) Tage, die außerhalb der Monate stehen: der erste und der letzte Tag des Jahres (''yestarë'' und ''mettarë''), ''tuilérë'' zwischen dem dritten und dem vierten Monat, der Mittjahrestag (''loëndë''), und ''yáviérë'' zwischen dem neunten und dem zehnten Monat. Diese Tage sind gleichzeitig Feiertage.


Das Jahr hat also grundsätzlich 365 Tage. In jedem vierten Jahr, mit Ausnahme des letzten Jahres eines Jahrhunderts, wird ein Schalttag eingefügt, indem der loëndë durch zwei Mitteltage (''enderi'') ersetzt wird. Weitere Ungenauigkeiten werden nur in unregelmäßigen Abständen ausgeglichen. Das bedeutet, dass im Durchschnitt ein Jahr nach der Truchsessen-Zeitrechnung  365 Tage, 5 Stunden, 45 Minuten und 36 Sekunden dauert. Die Erde benötigt für eine Umrundung der Sonne 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden. Das Jahr nach der Truchsessen-Zeitrechnung ist also 3 Minuten und 10 Sekunden zu kurz. Diese Ungenauigkeit addiert sich in ca. 455 Jahren zu einem Tag auf. Die Zeitrechnung nach dem Gregorianischen Kalender ist genauer. Dort wird jedes vierte Jahr ein Schalttag eingefügt, mit Ausnahme der durch 100 teilbaren Jahre, es sei denn das Jahr ist durch 400 teilbar. Ein Jahr nach dem Gregorianischen Kalender ist 26 Sekunden zu lang, was nach 3323 Jahren zu einer Ungenauigkeit von einem Tag führt.
Nach der Truchsessen-Zeitrechnung wird das Jahr in zwölf Monate von jeweils dreißig Tagen eingeteilt. Dazu kommen fünf (in Schaltjahren sechs) Tage, die außerhalb der Monate stehen: der erste und der letzte Tag des Jahres ''(yestarë'' und ''mettarë)'', ''tuilérë'' zwischen dem dritten und dem vierten Monat, der Mittjahrestag ''(loëndë)'', und ''yáviérë'' zwischen dem neunten und dem zehnten Monat. Diese Tage sind gleichzeitig Feiertage.


Der Jahresanfang der Truchsessen-Zeitrechnung liegt neun Tage vor dem des Gregorianischen Kalenders, d. h. der 1. Januar des Gregorianischen Kalenders entspricht dem zehnten Tag des Jahres nach der Truchsessen-Zeitrechnung.
Das Jahr hat also grundsätzlich 365 Tage. In jedem vierten Jahr, mit Ausnahme des letzten Jahres eines Jahrhunderts, wird ein Schalttag eingefügt, indem der loëndë durch zwei Mitteltage ''(enderi)'' ersetzt wird. Weitere Ungenauigkeiten werden nur in unregelmäßigen Abständen ausgeglichen. Das bedeutet, dass im Durchschnitt ein Jahr nach der Truchsessen-Zeitrechnung 365 Tage, 5 Stunden, 45 Minuten und 36 Sekunden dauert. Die Erde benötigt für eine Umrundung der Sonne 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden. Das Jahr nach der Truchsessen-Zeitrechnung ist also 3 Minuten und 10 Sekunden zu kurz. Die Zeitrechnung nach dem Gregorianischen Kalender ist genauer. Dort wird jedes vierte Jahr ein Schalttag eingefügt, mit Ausnahme der durch 100 teilbaren Jahre, es sei denn das Jahr ist durch 400 teilbar. Ein Jahr nach dem Gregorianischen Kalender ist demnach 26 Sekunden zu lang.
 
Das Jahr nach der Truchsessen-Zeitrechnung beginnt im Winter. Der Jahresanfang entspricht vermutlich dem des Auenland-Kalenders, liegt also etwa zehn Tage vor dem des Gregorianischen Kalenders.
 
== Geschichte ==


==Geschichte==
Die Truchsessen-Zeitrechnung basiert auf der [[Königs-Zeitrechnung]], die im [[Das Zweite Zeitalter|Zweiten Zeitalter]] auf [[Númenor]] entwickelt und später auch in Gondor und [[Arnor]] verwendet worden ist. [[Mardil Voronwe]], der Truchsess von Gondor, überarbeitet diesen Kalender und setzt die neue Truchsessen-Zeitrechnung im Jahr 2060 D.Z. in Kraft. Im Laufe der Zeit wird sie von fast allen [[Westron]]-sprechenden Völkern übernommen. Eine Ausnahme bilden die [[Hobbits]], die eine eigene Überarbeitung der Königs-Zeitrechnung, den [[Auenland-Kalender]] entwickeln. 3019 D.Z. löst die von König [[Aragorn II.]] in Arnor und Gondor eingeführte [[Neue Zeitrechnung]] nach 959 Jahren Mardils Kalender ab.
Die Truchsessen-Zeitrechnung basiert auf der [[Königs-Zeitrechnung]], die im [[Das Zweite Zeitalter|Zweiten Zeitalter]] auf [[Númenor]] entwickelt und später auch in Gondor und [[Arnor]] verwendet worden ist. [[Mardil Voronwe]], der Truchsess von Gondor, überarbeitet diesen Kalender und setzt die neue Truchsessen-Zeitrechnung im Jahr 2060 D.Z. in Kraft. Im Laufe der Zeit wird sie von fast allen [[Westron]]-sprechenden Völkern übernommen. Eine Ausnahme bilden die [[Hobbits]], die eine eigene Überarbeitung der Königs-Zeitrechnung, den [[Auenland-Kalender]] entwickeln. 3019 D.Z. löst die von König [[Aragorn II.]] in Arnor und Gondor eingeführte [[Neue Zeitrechnung]] nach 959 Jahren Mardils Kalender ab.


==Monate==
== Monate ==
 
Die Monatsnamen sind dieselben wie die nach der Königs-Zeitrechnung. Die Monate tragen Namen in [[Quenya]], die auch von [[Westron]]-Sprechern, die den Kalender benutzen, verwendet werden. Die [[Dúnedain]] gebrauchen jedoch auch [[Sindarin]]-Namen. Tolkien hat nirgends die Bedeutungen der Namen angegeben (Ausnahme: Narbeleth); ungefähre Übersetzungen lassen sich jedoch häufig mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit aus anderen Texten erschließen.  
Die Monatsnamen sind dieselben wie die nach der Königs-Zeitrechnung. Die Monate tragen Namen in [[Quenya]], die auch von [[Westron]]-Sprechern, die den Kalender benutzen, verwendet werden. Die [[Dúnedain]] gebrauchen jedoch auch [[Sindarin]]-Namen. Tolkien hat nirgends die Bedeutungen der Namen angegeben (Ausnahme: Narbeleth); ungefähre Übersetzungen lassen sich jedoch häufig mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit aus anderen Texten erschließen.  


Die Lage der Monate unterscheidet sich teilweise leicht von der nach der Königs-Zeitrechnung. In der letzten Spalte ist in Klammern angegeben, welchem Zeitraum des Gregorianischen Kalenders der Monat der Truchsessen-Zeitrechnung entspricht. Diese Angaben basieren auf Tolkiens Erläuterungen dazu, welchem Datum des Gregorianischen Kalenders ein solches des Auenland-Kalenders entspricht. Diese sind jedoch unklar; näheres dazu im Artikel zum [[Auenland-Kalender#Auenland-Kalender und Gregorianischer Kalender|Auenland-Kalender]].
Die Lage der Monate unterscheidet sich teilweise leicht von der nach der Königs-Zeitrechnung. In der letzten Spalte ist in Klammern angegeben, welchem Zeitraum des Gregorianischen Kalenders der Monat der Truchsessen-Zeitrechnung ungefähr entspricht.  


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| [[Úrimë]]<ref>''Úrimë'' ist in manchen Texten ''Urime'' geschrieben.</ref>
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| ''Der Heiße''
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| Ivanneth
| Ivanneth
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| ''Der Frucht-Gebende''
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| ''Sonnen-Schwinden''
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| [[Hísimë]]
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| Hithui
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| ''Der Neblige''
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| Girithron
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<nowiki>*</nowiki> ''Úrimë'' ist in manchen Texten ''Urimë'' geschrieben.


==Wochentage==
== Wochentage ==
 
Die Einteilung der Woche und die Namen der Tage entsprechen der Königs-Zeitrechnung. Die Woche ist in sieben Tage eingeteilt und von der Sechstagewoche der Elben abgeleitet. Die Namen der Wochentage entsprechen bis auf eine Ausnahme denen der Elben. Den vierten Tag der Woche benannten die [[Dúnedain]] von Aldúya/Orgaladhad zu Aldëa/Orgaladh um. Außerdem fügten sie mit dem Eärenya/Oraearon einen neuen Tag hinzu.
Die Einteilung der Woche und die Namen der Tage entsprechen der Königs-Zeitrechnung. Die Woche ist in sieben Tage eingeteilt und von der Sechstagewoche der Elben abgeleitet. Die Namen der Wochentage entsprechen bis auf eine Ausnahme denen der Elben. Den vierten Tag der Woche benannten die [[Dúnedain]] von Aldúya/Orgaladhad zu Aldëa/Orgaladh um. Außerdem fügten sie mit dem Eärenya/Oraearon einen neuen Tag hinzu.


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==Andere Kalender==
== Andere Kalender ==
Eine Gegenüberstellung der Daten nach der Truchsessen-Zeitrechnung zu denen der anderen in den Werken [[J.R.R. Tolkien]]s beschriebenen [[:Kategorie:Kalender|Kalender]] und dem Gregorianischen Kalender findet sich [[Kalender-Übersicht|hier]].
 
Eine Gegenüberstellung der Daten nach der Truchsessen-Zeitrechnung zu denen der anderen in den Werken [[J.R.R. Tolkien]]s beschriebenen [[:Kategorie:Kalender|Kalender]] findet sich [[Kalender-Übersicht|hier]].
 
== Anmerkungen ==
 
<references />


==Quellen==
==Quellen==
* ''[[Der Herr der Ringe (Roman)|Der Herr der Ringe]]''. Anhang D: Die Kalender


===Quellen für die Namen der Monate===
* [[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Der Herr der Ringe (Roman)|Der Herr der Ringe]].'' Übersetzt von [[Margaret Carroux]] und [[Ebba-Margareta von Freymann]]. [[Klett-Cotta]], Stuttgart 1969/1970. Anhang D: Die Kalender
* ''[[Der Herr der Ringe (Roman)|Der Herr der Ringe]]''.
 
=== Quellen für die Namen der Monate ===
 
* J. R. R. Tolkien: ''Der Herr der Ringe.'' Übersetzt von Margaret Carroux und Ebba-Margareta von Freymann. Klett-Cotta, Stuttgart 1969/1970.
** Anhang D: Die Kalender
** Anhang D: Die Kalender
** Anhang E: Schreibweise. Die Fëanorischen Buchstaben, Anmerkung: Die Namen der Buchstaben: "úre"
** Anhang E: Schreibweise. Die Fëanorischen Buchstaben, Anmerkung: Die Namen der Buchstaben: "úre"
* ''[[Das Silmarillion]]''. Elemente in den Quenya- und Sindarin-Namen: "girith"; "hîth"; "loth"; "nár"; "nen"; "ring"; "sûl"; "ur"
* J. R. R. Tolkien: ''[[Das Silmarillion]]''. Herausgegeben von [[Christopher Tolkien]]. Übersetzt von [[Wolfgang Krege]]. Klett-Cotta, Stuttgart 1977. Elemente in den Quenya- und Sindarin-Namen: „girith“; „hîth“; „loth“; „nár“; „nen“; „ring“; „sûl“; „ur“
* ''[[The History of Middle-earth volume I, The Book of Lost Tales, part I]]''. Appendix: Names in the Lost Tales - Part I: "Súlimo"
* J. R. R. Tolkien: ''[[The Book of Lost Tales, Part One]]''. [[The History of Middle-earth]], Band I. Herausgegeben von Christopher Tolkien. 1983. Appendix: Names in the Lost Tales - Part I: „Súlimo“
* ''[[The History of Middle-earth volume V, The Lost Road (and other writings)]]''. Part Three: The Etymologies: "ANA-<sup>1</sup>"; "KHIS-, KHITH-"; "KWEL-"; "NAR-<sup>1</sup>"; "NEN-"; "WÂ-, WAWA-, WAIWA-"; "WIN-, WIND-"; "YAB-"
* J. R. R. Tolkien: ''[[The Lost Road and Other Writings]]''. The History of Middle-earth, Band V. Herausgegeben von Christopher Tolkien. 1987. Part Three: The Etymologies: „ANA-<sup>1</sup>; „KHIS-, KHITH-; „KWEL-; „NAR-<sup>1</sup>; „NEN-; „WÂ-, WAWA-, WAIWA-; „WIN-, WIND-; „YAB-
* ''[[The History of Middle-earth volume XII, The Peoples of Middle-earth]]''. IV The Calendars (S. 127: vgl. "Vinyarië")
* J. R. R. Tolkien: ''[[The Peoples of Middle-earth]]''. The History of Middle-earth, Band XII. Herausgegeben von Christopher Tolkien. 1997. IV The Calendars (S. 127: vgl. „Vinyarië“)
* [[Carl F. Hostetter]] und [[Patrick H. Wynne]]: ''Addenda and Corrigenda to the Etymologies - Part Two''. In: ''[[Vinyar Tengwar]] Nr. 46''. S. 22 (zitiert nach: [[Helge K. Fauskanger]]: ''Quettaparma Quenyallo'': "Víresse"; "vírië"; "virya". In: ''[http://www.uib.no/People/hnohf/ Ardalambion]''. [http://www.uib.no/People/hnohf/wordlists.htm RTF; 765 KB] (Stand: 7. April 2006))
* [[Carl F. Hostetter]] und [[Patrick H. Wynne]]: ''Addenda and Corrigenda to the Etymologies - Part Two''. In: ''[[Vinyar Tengwar]] Nr. 46''. S. 22 (zitiert nach: [[Helge K. Fauskanger]]: ''Quettaparma Quenyallo'': „Víresse“; „vírië“; „virya“. In: ''[http://www.uib.no/People/hnohf/ Ardalambion]''. [http://www.uib.no/People/hnohf/wordlists.htm RTF; 765 KB] (Stand: 7. April 2006))


[[Kategorie:Kalender]]
[[Kategorie:Kalender]]

Version vom 21. April 2007, 15:47 Uhr

Die Truchsessen-Zeitrechnung (original: Stewards' Reckoning) ist in den Werken J.R.R. Tolkiens der Kalender der Menschen von Gondor im Dritten Zeitalter.

Beschreibung

Nach der Truchsessen-Zeitrechnung wird das Jahr in zwölf Monate von jeweils dreißig Tagen eingeteilt. Dazu kommen fünf (in Schaltjahren sechs) Tage, die außerhalb der Monate stehen: der erste und der letzte Tag des Jahres (yestarë und mettarë), tuilérë zwischen dem dritten und dem vierten Monat, der Mittjahrestag (loëndë), und yáviérë zwischen dem neunten und dem zehnten Monat. Diese Tage sind gleichzeitig Feiertage.

Das Jahr hat also grundsätzlich 365 Tage. In jedem vierten Jahr, mit Ausnahme des letzten Jahres eines Jahrhunderts, wird ein Schalttag eingefügt, indem der loëndë durch zwei Mitteltage (enderi) ersetzt wird. Weitere Ungenauigkeiten werden nur in unregelmäßigen Abständen ausgeglichen. Das bedeutet, dass im Durchschnitt ein Jahr nach der Truchsessen-Zeitrechnung 365 Tage, 5 Stunden, 45 Minuten und 36 Sekunden dauert. Die Erde benötigt für eine Umrundung der Sonne 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden. Das Jahr nach der Truchsessen-Zeitrechnung ist also 3 Minuten und 10 Sekunden zu kurz. Die Zeitrechnung nach dem Gregorianischen Kalender ist genauer. Dort wird jedes vierte Jahr ein Schalttag eingefügt, mit Ausnahme der durch 100 teilbaren Jahre, es sei denn das Jahr ist durch 400 teilbar. Ein Jahr nach dem Gregorianischen Kalender ist demnach 26 Sekunden zu lang.

Das Jahr nach der Truchsessen-Zeitrechnung beginnt im Winter. Der Jahresanfang entspricht vermutlich dem des Auenland-Kalenders, liegt also etwa zehn Tage vor dem des Gregorianischen Kalenders.

Geschichte

Die Truchsessen-Zeitrechnung basiert auf der Königs-Zeitrechnung, die im Zweiten Zeitalter auf Númenor entwickelt und später auch in Gondor und Arnor verwendet worden ist. Mardil Voronwe, der Truchsess von Gondor, überarbeitet diesen Kalender und setzt die neue Truchsessen-Zeitrechnung im Jahr 2060 D.Z. in Kraft. Im Laufe der Zeit wird sie von fast allen Westron-sprechenden Völkern übernommen. Eine Ausnahme bilden die Hobbits, die eine eigene Überarbeitung der Königs-Zeitrechnung, den Auenland-Kalender entwickeln. 3019 D.Z. löst die von König Aragorn II. in Arnor und Gondor eingeführte Neue Zeitrechnung nach 959 Jahren Mardils Kalender ab.

Monate

Die Monatsnamen sind dieselben wie die nach der Königs-Zeitrechnung. Die Monate tragen Namen in Quenya, die auch von Westron-Sprechern, die den Kalender benutzen, verwendet werden. Die Dúnedain gebrauchen jedoch auch Sindarin-Namen. Tolkien hat nirgends die Bedeutungen der Namen angegeben (Ausnahme: Narbeleth); ungefähre Übersetzungen lassen sich jedoch häufig mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit aus anderen Texten erschließen.

Die Lage der Monate unterscheidet sich teilweise leicht von der nach der Königs-Zeitrechnung. In der letzten Spalte ist in Klammern angegeben, welchem Zeitraum des Gregorianischen Kalenders der Monat der Truchsessen-Zeitrechnung ungefähr entspricht.

Quenya Sindarin Bedeutung Entsprechung
Narvinyë Narwain Neue Sonne Januar
Nénimë Nínui Der Feuchte Februar
Súlimë Gwaeron Der Windige März
Víressë Gwirith mglw. von „virië“, „virya“, jung, frisch April
Lótessë Lothron von „lóte“/„loth“, Blume Mai
Nárië Nórui Der Sonnige Juni
Cermië Cerveth ? Juli
Úrimë[1] Urui Der Heiße August
Yavannië Ivanneth Der Frucht-Gebende September
Narquelië Narbeleth Sonnen-Schwinden Oktober
Hísimë Hithui Der Neblige November
Ringarë Girithron von „ringa“, kalt bzw. „girith“, Zittern Dezember

Wochentage

Die Einteilung der Woche und die Namen der Tage entsprechen der Königs-Zeitrechnung. Die Woche ist in sieben Tage eingeteilt und von der Sechstagewoche der Elben abgeleitet. Die Namen der Wochentage entsprechen bis auf eine Ausnahme denen der Elben. Den vierten Tag der Woche benannten die Dúnedain von Aldúya/Orgaladhad zu Aldëa/Orgaladh um. Außerdem fügten sie mit dem Eärenya/Oraearon einen neuen Tag hinzu.

Quenya Sindarin Bedeutung
Elenya Orgilion Sterntag
Anarya Oranor Sonnentag
Isilya Orithil Mondtag
Aldëa Orgaladh Baumtag
Menelya Ormenel Himmelstag
Eärenya Oraearon Meerestag
Valanya/Tárion Orbelain/Rodyn Tag der Valar

Andere Kalender

Eine Gegenüberstellung der Daten nach der Truchsessen-Zeitrechnung zu denen der anderen in den Werken J.R.R. Tolkiens beschriebenen Kalender findet sich hier.

Anmerkungen

  1. Úrimë ist in manchen Texten Urime geschrieben.

Quellen

Quellen für die Namen der Monate

  • J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Übersetzt von Margaret Carroux und Ebba-Margareta von Freymann. Klett-Cotta, Stuttgart 1969/1970.
    • Anhang D: Die Kalender
    • Anhang E: Schreibweise. Die Fëanorischen Buchstaben, Anmerkung: Die Namen der Buchstaben: "úre"
  • J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Übersetzt von Wolfgang Krege. Klett-Cotta, Stuttgart 1977. Elemente in den Quenya- und Sindarin-Namen: „girith“; „hîth“; „loth“; „nár“; „nen“; „ring“; „sûl“; „ur“
  • J. R. R. Tolkien: The Book of Lost Tales, Part One. The History of Middle-earth, Band I. Herausgegeben von Christopher Tolkien. 1983. Appendix: Names in the Lost Tales - Part I: „Súlimo“
  • J. R. R. Tolkien: The Lost Road and Other Writings. The History of Middle-earth, Band V. Herausgegeben von Christopher Tolkien. 1987. Part Three: The Etymologies: „ANA-1“; „KHIS-, KHITH-“; „KWEL-“; „NAR-1“; „NEN-“; „WÂ-, WAWA-, WAIWA-“; „WIN-, WIND-“; „YAB-“
  • J. R. R. Tolkien: The Peoples of Middle-earth. The History of Middle-earth, Band XII. Herausgegeben von Christopher Tolkien. 1997. IV The Calendars (S. 127: vgl. „Vinyarië“)
  • Carl F. Hostetter und Patrick H. Wynne: Addenda and Corrigenda to the Etymologies - Part Two. In: Vinyar Tengwar Nr. 46. S. 22 (zitiert nach: Helge K. Fauskanger: Quettaparma Quenyallo: „Víresse“; „vírië“; „virya“. In: Ardalambion. RTF; 765 KB (Stand: 7. April 2006))