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'''Eryn Vorn''',
 
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|Name          = Gwindor
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'''Gwindor''', Sohn des [[Guilin]], war ein Elb aus [[Nargothrond]], der im [[Erstes Zeitalter|Ersten Zeitalter]] lebte. 


==Beschreibung==
==Beschreibung==
Der Eryn Vorn ist ein Wald auf einem großen Kap an der Küste [[Minhiriath|Minhiriats]] in der Nähe der Mündung des [[Baranduin]] in das [[Belegaer|große Meer]]. Einst war er Teil des großen Waldes, der weite Flächen [[Eriador|Eriadors]] einnahm.<ref name ="NaM">[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[Nachrichten aus Mittelerde]]''. Teil II: ''Das Zweite Zeitalter'', IV. ''Die Geschichte von Galadriel und Celeborn und von Amroth, König von Lórien, Anhänge''</ref>
Gwindor war ein Elb edler Abstammung aus Nargothrond. Sein Bruder [[Gelmir, Elb aus Nargothrond|Gelmir]] geriet während der [[Dagor Bragollach]] in Gefangenschaft. Aus Trauer um diesen Verlust zog Gwindor gegen [[Orodreth (Elb)|Orodreths]] Willen mit einer kleinen Schar weiterer Elben aus Nargothrand aus, um sich an [[Maedhros’ Bund]] und dem Kampf gegen [[Morgoth]] zu beteiligen.


==Hintergrund==
Dort spielte Gwindor jedoch eine tragische Rolle. Er befand sich mit dem Westheer in der Festung [[Barad Eithel]], wo [[Fingon]] auf ein vereinbartes Zeichen (ein Feuer auf [[Dorthonion]]) wartete, um dann erst loszuschlagen. Als [[Orks]] jedoch Gelmir in Sichtweite der Festung verstümmelten und töteten, um Fingons Heer von dort vorzeitig herauszulocken, konnte Gwindor sich nicht mehr zurückhalten. Um seinen Bruder zu rächen, stürmte er mit einer kleinen Gruppe von Elben aus Nargothrond gegen die Feinde los. Ein Großteil des Westheeres wurde mitgerissen und gelangte schließlich bis zu den [[Tor von Angband|Toren Angbands]]. Dort wurde der weit bis ins Innere von [[Angband]] vorgedrungene Gwindor gefangen genommen.  
Als am Ende des ersten Jahrtausends des [[Zweites Zeitalter|Zweiten Zeitalters]] der númenórische König [[Tar-Aldarion]] begann, mit dem Holz von [[Mittelerde]] eine große Schiffsflotte zu bauen, kam es bald zum Streit mit den eingeborenen Waldbewohnern. Die [[Númenórer]] gingen rücksichtslos bei ihren Abholzungen vor und so überfielen die an sich friedlichen Waldbewohner (wahrscheinlich die [[Drúedain]] oder [[Gwathuirim]]) die númenórischen Siedlungen und den Hafen von [[Lond Daer]].
Gegen Aldarions Streitmächte waren sie jedoch chancenlos und jene, welche nicht vernichtet wurden, flohen zu einem großen Teil in den Eryn Vorn.  
Hierher konnten oder wollten die Númenórer nicht folgen, der Wald blieb unangetastet, vermutlich wuchs der sehr dichte Wald auch in einem ungemütlichen Sumpfgebiet. Auch die Flüchtlinge zogen bald weiter, in Richtung [[Dunland]].<ref name ="NaM"></ref>


Eryn Vorn blieb als einer der wenigen Wälder völlig unangetastet und meist auch unbewohnt, bis auf einige verstreute Waldbewohner, die vielleicht Überbleibsel der [[Gwathuirim]] darstellten.
Das verfrühte Losbrechen der ersten Kampfhandlungen der Noldor und [[Edain]] in der Nirnaeth Arnoediad wurde zu einem von mehreren Ereignissen, die die Schlachtpläne von Fingon und [[Maedhros]] vereitelten.<ref name ="Kapitel XX">[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[Das Silmarillion]]'', Quenta Silmarillion, Kapitel XX: ''Von der Fünften Schlacht: Nirnaeth Arnoediad''</ref>
 
Als Gefangener arbeitete Gwindor in [[Morgoth]]s Bergwerken im Norden, von wo er schließlich flüchten konnte. In den Wäldern von [[Taur-nu-Fuin]] traf er auf [[Beleg Cúthalion|Beleg]] und half ihm bei der Befreiung von [[Túrin Turambar]]. Er musste mit ansehen, wie Túrin aus Angst und Verwirrung seinen Freund Beleg tötete.<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The Children of Húrin]]'', ''The Death of Beleg''</ref>
 
Gwindor blieb an Túrins Seite und brachte ihn zunächst zum See [[Ivrin]], wo sich Túrins geistige Starre lösen und er Trauer und Heilung erfahren kannte.
 
Gwindor führte Túrin schließlich nach Nargothrond. Dort war Orodreths Tochter [[Finduilas aus Nargothrond|Finduilas]], die ihm vor der Nirnaeth Arnoediad zugetan war, die einzige, die Gwindor wiedererkannte. Die Pein der Gefangenschaft in Angband hatte diesen dermaßen ausgezehrt hatte, dass er wie ein Greis aussah. Finduilas verliebte sich nun in Túrin. Gwindor musste dies ohnmächtig hinnehmen, obgleich seine Gefühle für Finduilas unverändert waren.<ref>[[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Die Kinder Húrins]]'', Zehntes Kapitel: ''Túrin in Nargothrond''</ref>
 
Bei der Verteidigung von Nargothrond in der [[Schlacht von Tumhalad]] wurde Gwindor tödlich verwundet und erlag, trotz der Hilfe Túrins, seinen Verletzungen. Im Sterben liegend bat er Túrin,  seine Liebe Finduilas zu beschützen, was Túrin jedoch nicht gelang.<ref>[[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Die Kinder Húrins]]'', Elftes Kapitel: ''Der Untergang von Nargothrond''</ref>


==Etymologie==
==Etymologie==
Eryn Vorn ist [[Sindarin]] für ''Dunkler Wald'', zusammengesetzt aus ''Eryn'' für ‚Wald‘ und ''vorn'' für‚    ‘
Die Bedeutung des Namen Gwindor ist nicht verbürgt.
<ref>[[Wolfgang Krege]]: ''[[Elbisches Wörterbuch]]; Wörterbuch Sindarin – Deutsch, Eintragung ''</ref>  
 
==Werkgeschichte==
In [[Tolkien]]s Frühwerk ,,[[The Lays of Beleriand]]‘‘ wird das Wiedersehen zwischen Gwindor, der dort ‚Flinding‘ heißt, mit seinem Vater Guilin (dort ‚Fuilin‘) nach der Rückkehr nach Nargothrond in mehreren Versen geschildert. Dort richtete Guilin für seinen Sohn ein großes Fest aus. Während des Festes goss Guilin seinen wohlgehüteten Met in einen uralten, aufwendig verzierten Silberbecher, der noch aus [[Valinor]] stammte.<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The Lays of Beleriand]]'', I. The Lay of the Children of Húrin: ''III. Failivrin''</ref>


==Sonstiges==
==Sonstiges==
Im Jahre 1969 hat [[J. R. R. Tolkien]] der Kartenzeichnerin [[Pauline Baynes ]] zusätzliche Namen zur Aufnahme in ihre Karte von [[Mittelerde]] mitgeteilt. Darunter befand sich unter anderem auch der Begriff '''Eryn Vorn'''.<ref name ="NaM"></ref>
Gwindor konnte mithilfe einer [[Feanorische Lampen|feanorischen Lampe]] aus Morgoths Gefangenschaft entkommen.<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[Nachrichten aus Mittelerde]]''. Teil Eins: ''Das Erste Zeitalter'' II. ''[[Narn i Hîn Húrin]]''. Anhang</ref>  
 
Im Buch [[Pictures by J. R. R. Tolkien]] wird Gwindor auf Bild 37 mit dieser Lampe dargestellt, in der Szene, in der er nach seiner Flucht aus [[Angband]] von Beleg im Wald [[Taur-nu-Fuin]] gefunden wurde. Das Licht zeigte auch [[Túrin Turambar|Túrin]] das Gesicht Belegs, den er im Wahn getötet hatte.<ref>[[Pictures by J. R. R. Tolkien]] Bild 37</ref>
 
Gwindor erkannte den Fluch, den Morgoth auf [[Húrin Thalion|Húrin]]s Sippe gesprochen hat, und sah Túrins unglückliches Schicksal voraus. Er fand in Nargothrond aber damit kein Gehör.


==Quellen==
==Quellen==
<references/>
<references/>


[[Kategorie:Wälder]]
 
[[en:Eryn Vorn]]
[[Kategorie:Personen]]
[[fi:Eryn Vorn]]
[[Kategorie:Elben]]
[[Kategorie:Noldor]]
[[en:Gwindor]]
[[fr:encyclo:personnages:elfes:noldor:gwindor]]
[[fi:Gwindor]]

Aktuelle Version vom 30. Juli 2026, 19:24 Uhr

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Gwindor
Eckdaten
Andere Namen Flinding
Geboren unbekannt E. Z.
Gestorben 495 E. Z. (J. S.) Quelle The Grey Annals in volume XI of The History of Middle-earth.
Volk Elben, Noldor
Ort Nargothrond
Familie
Vater Guilin
Geschwister Gelmir

Gwindor, Sohn des Guilin, war ein Elb aus Nargothrond, der im Ersten Zeitalter lebte.

Beschreibung

Gwindor war ein Elb edler Abstammung aus Nargothrond. Sein Bruder Gelmir geriet während der Dagor Bragollach in Gefangenschaft. Aus Trauer um diesen Verlust zog Gwindor gegen Orodreths Willen mit einer kleinen Schar weiterer Elben aus Nargothrand aus, um sich an Maedhros’ Bund und dem Kampf gegen Morgoth zu beteiligen.

Dort spielte Gwindor jedoch eine tragische Rolle. Er befand sich mit dem Westheer in der Festung Barad Eithel, wo Fingon auf ein vereinbartes Zeichen (ein Feuer auf Dorthonion) wartete, um dann erst loszuschlagen. Als Orks jedoch Gelmir in Sichtweite der Festung verstümmelten und töteten, um Fingons Heer von dort vorzeitig herauszulocken, konnte Gwindor sich nicht mehr zurückhalten. Um seinen Bruder zu rächen, stürmte er mit einer kleinen Gruppe von Elben aus Nargothrond gegen die Feinde los. Ein Großteil des Westheeres wurde mitgerissen und gelangte schließlich bis zu den Toren Angbands. Dort wurde der weit bis ins Innere von Angband vorgedrungene Gwindor gefangen genommen.

Das verfrühte Losbrechen der ersten Kampfhandlungen der Noldor und Edain in der Nirnaeth Arnoediad wurde zu einem von mehreren Ereignissen, die die Schlachtpläne von Fingon und Maedhros vereitelten.[1]

Als Gefangener arbeitete Gwindor in Morgoths Bergwerken im Norden, von wo er schließlich flüchten konnte. In den Wäldern von Taur-nu-Fuin traf er auf Beleg und half ihm bei der Befreiung von Túrin Turambar. Er musste mit ansehen, wie Túrin aus Angst und Verwirrung seinen Freund Beleg tötete.[2]

Gwindor blieb an Túrins Seite und brachte ihn zunächst zum See Ivrin, wo sich Túrins geistige Starre lösen und er Trauer und Heilung erfahren kannte.

Gwindor führte Túrin schließlich nach Nargothrond. Dort war Orodreths Tochter Finduilas, die ihm vor der Nirnaeth Arnoediad zugetan war, die einzige, die Gwindor wiedererkannte. Die Pein der Gefangenschaft in Angband hatte diesen dermaßen ausgezehrt hatte, dass er wie ein Greis aussah. Finduilas verliebte sich nun in Túrin. Gwindor musste dies ohnmächtig hinnehmen, obgleich seine Gefühle für Finduilas unverändert waren.[3]

Bei der Verteidigung von Nargothrond in der Schlacht von Tumhalad wurde Gwindor tödlich verwundet und erlag, trotz der Hilfe Túrins, seinen Verletzungen. Im Sterben liegend bat er Túrin, seine Liebe Finduilas zu beschützen, was Túrin jedoch nicht gelang.[4]

Etymologie

Die Bedeutung des Namen Gwindor ist nicht verbürgt.

Werkgeschichte

In Tolkiens Frühwerk ,,The Lays of Beleriand‘‘ wird das Wiedersehen zwischen Gwindor, der dort ‚Flinding‘ heißt, mit seinem Vater Guilin (dort ‚Fuilin‘) nach der Rückkehr nach Nargothrond in mehreren Versen geschildert. Dort richtete Guilin für seinen Sohn ein großes Fest aus. Während des Festes goss Guilin seinen wohlgehüteten Met in einen uralten, aufwendig verzierten Silberbecher, der noch aus Valinor stammte.[5]

Sonstiges

Gwindor konnte mithilfe einer feanorischen Lampe aus Morgoths Gefangenschaft entkommen.[6]

Im Buch Pictures by J. R. R. Tolkien wird Gwindor auf Bild 37 mit dieser Lampe dargestellt, in der Szene, in der er nach seiner Flucht aus Angband von Beleg im Wald Taur-nu-Fuin gefunden wurde. Das Licht zeigte auch Túrin das Gesicht Belegs, den er im Wahn getötet hatte.[7]

Gwindor erkannte den Fluch, den Morgoth auf Húrins Sippe gesprochen hat, und sah Túrins unglückliches Schicksal voraus. Er fand in Nargothrond aber damit kein Gehör.

Quellen

  1. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion, Quenta Silmarillion, Kapitel XX: Von der Fünften Schlacht: Nirnaeth Arnoediad
  2. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Children of Húrin, The Death of Beleg
  3. J. R. R. Tolkien: Die Kinder Húrins, Zehntes Kapitel: Túrin in Nargothrond
  4. J. R. R. Tolkien: Die Kinder Húrins, Elftes Kapitel: Der Untergang von Nargothrond
  5. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Lays of Beleriand, I. The Lay of the Children of Húrin: III. Failivrin
  6. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Nachrichten aus Mittelerde. Teil Eins: Das Erste Zeitalter II. Narn i Hîn Húrin. Anhang
  7. Pictures by J. R. R. Tolkien Bild 37