Ann-thennath: Unterschied zwischen den Versionen

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== Beschreibung ==
== Beschreibung ==
Eine genaue Beschreibung oder ein Textbeispiel für ein ''Ann-thennath'' ist nicht erhalten. [[Patrick Wynne]] und [[Carl F. Hostetter]] versuchten, diese Liedform zu rekonstruieren. Demnach ist das Versmaß eine ''Ann-thennath'' der vierhebige Jambus, das heißt, dass in einem Vers viermal auf eine unbetonte eine betonte folgt. Acht Verse bilden eine Strophe. Die Enden der Verse sind gereimt, uns zwar nach dem Schema ''ABAC BABC''. Das heißt, dass die sich reimenden Verse nicht aufeinander folgen (Paarreim), sondern sich abwechseln (Kreuzreim). Der letzte Reim (''C'') ist ''[[wikipedia:de:Reimgeschlecht|weiblich]]'', das heißt, er besteht aus nur drei Jamben, gefolgt von zwei unbetonten Silben.<ref name="Verse Modes">[[Patrick Wynne]], [[Carl F. Hostetter]]: ''Three Elvish Verse Modes:'' Ann-thennath'','' Minlamad thent / estent'', and ''Linnod. In: [[Verlyn Flieger]] (Hrsg.), Carl F. Hostetter (Hrsg.): ''[[Tolkien’s Legendarium]]. Essays on The History of Middle-earth''.</ref>
Eine genaue Beschreibung oder ein Textbeispiel für ein ''Ann-thennath'' ist nicht erhalten. [[Patrick Wynne]] und [[Carl F. Hostetter]] versuchten, diese Liedform zu rekonstruieren. Demnach ist das Versmaß eines ''Ann-thennath'' ein vierhebiger Jambus, das heißt, dass ein Vers aus vier Jamben (eine unbetonte und eine betonte Silbe) besteht. Acht Verse bilden eine Strophe. Die Verse reimen sich nach dem Schema ''ABAC BABC''. Das heißt, dass die sich reimenden Verse nicht aufeinander folgen (Paarreim), sondern sich abwechseln (verschränkter Reim). Der letzte Reim (''C'') besteht aus nur drei Jamben, gefolgt von zwei unbetonten Silben (''[[wikipedia:de:Reimgeschlecht|weibliche Kadenz]]'').<ref name="Verse Modes">[[Patrick Wynne]], [[Carl F. Hostetter]]: ''Three Elvish Verse Modes:'' Ann-thennath'','' Minlamad thent / estent'', and ''Linnod. In: [[Verlyn Flieger]] (Hrsg.), Carl F. Hostetter (Hrsg.): ''[[Tolkien’s Legendarium]]. Essays on The History of Middle-earth''.</ref>


== Hintergrund ==
== Hintergrund ==
Ein bekanntes Beispiel für ein ''Ann-thennath'' war [[Leithian-Lied]]. Einen Teil hieraus sang [[Aragorn]] den [[Reisende|vier Hobbits]] auf der [[Wetterspitze]] vor, allerdings in [[Westron]], worin das Versmaß nicht voll zur Geltung kam.<ref>[[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Der Herr der Ringe]]''. Erstes Buch, Elftes Kapitel: ''Ein Messer im Dunkeln''</ref>
Ein bekanntes Beispiel für ein ''Ann-thennath'' war das [[Leithian-Lied]]. Einen Teil hieraus sang [[Aragorn]] den [[Reisende|vier Hobbits]] auf der [[Wetterspitze]] vor, allerdings in [[Westron]], worin das Versmaß nicht voll zur Geltung kam.<ref>[[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Der Herr der Ringe]]''. Erstes Buch, Elftes Kapitel: ''Ein Messer im Dunkeln''</ref>


== Etymologie ==
== Etymologie ==
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== Sonstiges ==
== Sonstiges ==
* Das Lied [[A Elbereth Gilthoniel]] ist ein einem ähnlichem Versmaß, aber mit anderem Reimschema verfasst.
* Das Lied [[A Elbereth Gilthoniel]] ist in einem ähnlichem Versmaß, aber mit anderem Reimschema verfasst.
* In den 1920er Jahren begann [[J. R. R. Tolkien]] zwei Versfassungen des Leithian-Liedes, die jedoch nie beendet wurden. Hierbei verwandte er ein einfacheres Reimschema, so verzichtete er auf weibliche und Kreuzreime.<ref>J. R. R. Tolkien: ''[[The Lays of Beleriand]].'' (The History of Middle-earth, Band III.) Herausgegeben von Christopher Tolkien. George Allen & Unwin, London 1985. III ''The Lay of Leithian''.</ref>
* In den 1920er Jahren begann [[J. R. R. Tolkien]] zwei Versfassungen des Leithian-Liedes, die jedoch nie beendet wurden. Hierbei verwandte er ein einfacheres Reimschema, so verzichtete er auf weibliche Kadenzen und verschränkte Reime.<ref>J. R. R. Tolkien: ''[[The Lays of Beleriand]].'' (The History of Middle-earth, Band III.) Herausgegeben von Christopher Tolkien. George Allen & Unwin, London 1985. III ''The Lay of Leithian''.</ref>


== Quellen ==
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[[Kategorie:Lieder und Gedichte]]
[[Kategorie:Lieder und Gedichte]]


[[en:Minlamad thent/estent]]
[[en:Ann-thennath]]

Aktuelle Version vom 17. April 2026, 12:12 Uhr

Das Ann-thennath ist eine elbische Liedform.

Beschreibung

Eine genaue Beschreibung oder ein Textbeispiel für ein Ann-thennath ist nicht erhalten. Patrick Wynne und Carl F. Hostetter versuchten, diese Liedform zu rekonstruieren. Demnach ist das Versmaß eines Ann-thennath ein vierhebiger Jambus, das heißt, dass ein Vers aus vier Jamben (eine unbetonte und eine betonte Silbe) besteht. Acht Verse bilden eine Strophe. Die Verse reimen sich nach dem Schema ABAC BABC. Das heißt, dass die sich reimenden Verse nicht aufeinander folgen (Paarreim), sondern sich abwechseln (verschränkter Reim). Der letzte Reim (C) besteht aus nur drei Jamben, gefolgt von zwei unbetonten Silben (weibliche Kadenz).[1]

Hintergrund

Ein bekanntes Beispiel für ein Ann-thennath war das Leithian-Lied. Einen Teil hieraus sang Aragorn den vier Hobbits auf der Wetterspitze vor, allerdings in Westron, worin das Versmaß nicht voll zur Geltung kam.[2]

Etymologie

Ann bedeutet lang, thennath etwa die Kurzen. Ann-thennath kann daher etwa mit lange und kurze Verse übersetzt werden, was sich vermutlich auf den Wechsel der längeren Verse mit vier und der kürzeren mit drei Jamben bezieht.[1]

Sonstiges

  • Das Lied A Elbereth Gilthoniel ist in einem ähnlichem Versmaß, aber mit anderem Reimschema verfasst.
  • In den 1920er Jahren begann J. R. R. Tolkien zwei Versfassungen des Leithian-Liedes, die jedoch nie beendet wurden. Hierbei verwandte er ein einfacheres Reimschema, so verzichtete er auf weibliche Kadenzen und verschränkte Reime.[3]

Quellen

  1. 1,0 1,1 Patrick Wynne, Carl F. Hostetter: Three Elvish Verse Modes: Ann-thennath, Minlamad thent / estent, and Linnod. In: Verlyn Flieger (Hrsg.), Carl F. Hostetter (Hrsg.): Tolkien’s Legendarium. Essays on The History of Middle-earth.
  2. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Erstes Buch, Elftes Kapitel: Ein Messer im Dunkeln
  3. J. R. R. Tolkien: The Lays of Beleriand. (The History of Middle-earth, Band III.) Herausgegeben von Christopher Tolkien. George Allen & Unwin, London 1985. III The Lay of Leithian.